KRS-One & True Master – Meta-Historical

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KRS-One_Meta-Historical

 

(Fat Beats/Groove Attack)

 

Das hätte nicht passieren müssen. Einer der verdientesten, stilbildendsten MCs dieser Spielart findet 07/08 eine neue Heimat bei dem vielleicht passendsten Label seiner Karriere. Duck Down ist mit neuer Vertragslage auf dem Vormarsch und etabliert mit Platten wie “Monkey Barz” und “The Formula” ein neues, modernes Selbstbewusstsein, nicht nur für die besser gealterten Rapper der Neunziger, sondern für rucksacklos-witzigen Sophomore-Rap generell.Ganz daran anknüpfen konnte das zusammen mit Buckshot eingespielte “Survival Skills” zwar nicht, die gute Marschroute des Blastmasters schien aber dennoch deutlich erkennbar. Ein paar schöne Neo-Bap-Verstolper bei Freunden wie 9th Wonder, Black Milk et al. erbeten und man hätte Knowledge mit Freuden wieder regieren lassen. Denkste. Stattdessen klabastert KRS zusammen mit Wu-Elements’ True Master für Fat Beats eine dermaßen krude Ansammlung kryptophilosophischer Atavismen zusammen, dass einem die Fanboy-Spucke wegbleibt. Dabei hätte man der Verbindung “The Bridge is Over” x “Brooklyn Zoo” (oder “My Philosophy” x “Big Acts, Little Acts” oder, oder…) durchaus etwas abgewinnen wollen.Geht aber schlecht, wenn Beats wie “Old School Rap” oder “Meta-Historical” schon auf “Uncontrolled Substance” alt und unfertig geklungen hätten und KRS seine persönliche Meta-Historie darauf beschränkt, zwischen fast allen Tracks einen unsagbar nervigen Loop mit dem immergleichen Sermon über Religion, Männlichkeit und HipHop zu versehen. Was bleibt, sind perfide Gedanken darüber, dass Kris eine Line wie “Stop what you’re doing, ’cause i’m about to ruin/the images and styles that you’re used to” auf wirklich niemand anderen mehr als sich selbst münzen kann. Das man sich nicht falsch versteht, wenn KRS sagt, er bekäme Respekt von der Straße und von Cornell West in Princeton, dann hat er immer noch Recht. Aber es sind halbgare Releases wie “Meta-Historical”, die genau diesen auf die Probe stellen. “Gimme Da 90’s”? Bei aller Liebe, Krishna, lass mal stecken.

 

Text: Julian Brimmers